
Hast du dich jemals gefragt, ob das Fasten erst mit dem Propheten Muhammad ﷺ begann?
Wenn der Ramadan vor der Tür steht, konzentrieren wir uns oft auf das Hier und Jetzt. Doch um die volle Tiefe dieses Gottesdienstes zu begreifen und deine spirituelle Produktivität zu steigern, lohnt sich ein Blick zurück. Das Fasten ist kein neues Phänomen, sondern ein goldener Faden, der sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte zieht.
Die Geschichte des Fastens im Islam: Vom Ursprung bis zum Ramadan
„O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“
Mit diesen Worten macht Gott deutlich: Das Fasten ist ein uralter Gottesdienst. Es ist ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis: Der erste Schritt zu Erfolg durch islamische Persönlichkeitsentwicklung, das uns hilft, unsere Triebe zu kontrollieren und Allah näher zu kommen.
Fasten bei Muslimen: Ein uralter Gottesdienst vor unserer Zeit
Warum ist das Fasten ein uralter Gottesdienst?
Die Propheten vor Muhammad – Friede sei mit ihnen – befahlen ihren Völkern bereits lange vor der islamischen Zeit das Fasten. Schon das Fasten bei früheren Propheten wie Abraham, Mose und Jesus zeigt, dass diese Form der Anbetung eine lange Tradition hat.
So fastete das Volk Abrahams und Ismaels, und selbst die Quraisch in der Zeit der Dschahiliyya (der vorislamischen Zeit der Unwissenheit) hielten fest an diesem Ritus. Sie spürten instinktiv, dass der Verzicht auf Materielles den Geist stärkt. Wenn du heute fastest, stehst du also in einer Reihe mit den edelsten Menschen, die je gelebt haben.
Aschura: Die Bedeutung des Fastens vor der Ramadan-Pflicht
Bevor der Ramadan als Pflichtmonat offenbart wurde, war der Aschura-Tag der zentrale Fastentag. Aischa, die Frau des Propheten ﷺ, berichtet, dass die Quraisch bereits vor dem Islam am 10. Tag des Monats Muharram fasteten. Doch warum ist dieser Tag so wichtig? Aschura: Warum fastet man am 10. Muharram?
Gelehrte wie Al-Qurtubi erklären, dass die Araber sich vermutlich auf die Scharia von Abraham und Ismael stützten. Doch es gibt noch eine dramatischere Ebene dieser Geschichte.
Die Rettung von Mose: Was hat Aschura mit der Geschichte des Ramadanfastens zu tun?
Als der Prophet Muhammad ﷺ nach Medina auswanderte, sah er, dass auch die Juden am Aschura-Tag fasteten. Auf seine Frage „Was ist das?“ erklärten sie: „Dies ist ein guter Tag; an diesem Tag rettete Gott die Kinder Israels vor ihrem Feind, dem Pharao, weshalb Mose ihn fastete.“
Der Pharao war der tyrannische Herrscher Ägyptens, der das Volk Israels versklavte. Als Mose sein Volk in die Freiheit führte, jagte der Pharao ihnen mit einer riesigen Armee nach. Gefangen zwischen den Soldaten und dem Roten Meer, schien alles verloren. Doch Allah teilte das Meer. Die Kinder Israels gelangten ans rettende Ufer, während der Pharao und sein Heer in den zurückflutenden Wassermassen ertranken. Der Aschura-Tag feiert diesen Moment der Befreiung. Der Prophet ﷺ sagte daraufhin: „Wir haben mehr Anrecht auf Mose als ihr“, und befahl den Muslimen, diesen Tag ebenfalls zu fasten.
Johannes, Jesus und das Gebot des Fastens
Nicht nur Mose, sondern auch die Propheten Johannes (Yahya) und Jesus (Isa) trugen diese Botschaft. Es wird überliefert: Gott hatte Johannes fünf Gebote auferlegt. Als dieser zögerte, sie zu verkünden, sagte Jesus zu ihm: „Entweder du befiehlst sie ihnen nun, oder ich werde es tun.“
Johannes versammelte daraufhin die Menschen in der Moschee von Jerusalem (Bait al-Maqdis), bis das Gebäude so voll war, dass die Leute auf den Vorsprüngen saßen. Er verkündete:
- Dient Gott allein.
- Verrichtet das Gebet.
- Haltet das Fasten ein.
- Gebt Almosen (Sadaqa).
- Gedenkt Gottes.
Die Entstehung der Fastenpflicht im Ramadan
Wann wurde das Fasten im Ramadan Pflicht?
Es geschah im zweiten Jahr nach der Hidschra (Auswanderung nach Medina). Das Fasten der Muslime ist heute weltweit bekannt, doch der Ursprung des Ramadanfastens im Islam liegt in einer stufenweisen Offenbarung. Allah führte die Gemeinschaft der Gläubigen behutsam an diese gewaltige Aufgabe heran.
Stufenweise Einführung: Wie war das Fasten im Islam am Anfang geregelt?
In der ersten Phase gab es eine Wahlfreiheit: Man konnte fasten oder stattdessen einen Armen speisen. Erst später wurde das Fasten für alle gesunden, ansässigen Muslime zur festen Pflicht. Das Fasten im Koran erklärt uns nicht nur die Pflicht, sondern auch das Ziel: die Erlangung von Gottesfurcht (Taqwa).
Im Fasten der Muslime heute sehen wir die Barmherzigkeit Allahs, besonders wenn wir die Erleichterungen beim Fasten für Kranke und Reisende betrachten. Wer körperlich nicht in der Lage ist, darf das Fasten nachholen oder die Fidya im Ramadan leisten. Dies zeigt, dass der Islam keine Last auferlegen will, die wir nicht tragen können.
Fastenbrechen im Islam: Von strengen Regeln zur göttlichen Erleichterung
Wusstest du, dass das Fastenbrechen früher viel komplizierter war? In der Anfangszeit gab es zwei strenge Regeln, die heute kaum vorstellbar sind:
- Sobald du nach dem Fastenbrechen einschliefst – und sei es nur für fünf Minuten –, durftest du bis zum nächsten Abend nichts mehr essen oder trinken.
- Die eheliche Nähe war damals die gesamte Nacht über verboten.
Umar ibn al-Khattab und die Fastenregel in der Nacht
Zwei Geschichten verdeutlichen diesen Wandel:
- Die Geschichte von Sirma:
Er arbeitete den ganzen Tag hart. Als er abends nach Hause kam, wartete er auf sein Essen, schlief aber vor Erschöpfung ein. Dadurch durfte er nichts mehr essen und musste den nächsten Tag geschwächt weiterfasten. Der Prophet ﷺ sah ihn am folgenden Tag völlig entkräftet und war tief bewegt. - Die Geschichte von Umar:
Umar suchte nach dem Fastenbrechen die Nähe zu seiner Frau – obwohl dies damals grundsätzlich die ganze Nacht verboten war. Voller Reue ging er zum Propheten ﷺ und berichtete ihm davon.
Aufgrund dieser menschlichen Schwächen offenbarte Allah die endgültige Erleichterung in Sure Al-Baqara (Vers 187):
„Erlaubt ist euch in der Nacht des Fastens der Beischlaf mit euren Frauen… und esst und trinkt, bis der weiße Faden vom schwarzen Faden der Morgendämmerung unterscheidbar wird.“
Diese Barmherzigkeit hilft uns heute, das Gleichgewicht zwischen Furcht und Hoffnung zu wahren.
Beim Fasten muslime geht es nicht nur um Verzicht, sondern um eine Reise durch die Zeit, die zeigt, wie sich Allahs Barmherzigkeit in der Geschichte des Fastens zeigt.
Fazit: Deine Reise zur Gottesfurcht
Gott hat seinen Dienern das Fasten schrittweise auferlegt – mit großer Weisheit. Zuerst gab es Wahlfreiheit, dann die feste Pflicht mit Erleichterungen für Schwache. Das Fasten verbindet dich mit den Propheten der Vergangenheit und stärkt deine Selbstakzeptanz im Islam.
Das Fasten ist ein starker Motor für den Erfolg durch islamische Persönlichkeitsentwicklung. Es lehrt dich Disziplin, Fokus und Dankbarkeit – Eigenschaften, die du als berufstätiger Muslim brauchst, um deinen Alltag zur göttlichen Mission zu machen.
Bist du bereit, deinen Alltag nicht nur zu bewältigen, sondern zu meistern?
Lass uns gemeinsam daran arbeiten, deine Produktivität auf ein neues Level zu heben – spirituell und beruflich. Wenn du lernen willst, wie du die Prinzipien der islamischen Persönlichkeitsentwicklung konkret in deinem Leben umsetzt, dann werde Teil unserer Community.



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